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Forum - SCHÜLER GEGEN MOBBING :: Thema anzeigen - Farsta, No Blame Approach, Grenzen und Sanktionen

Farsta, No Blame Approach, Grenzen und Sanktionen

 
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Der No Blame Approach geht davon aus, dass die Opfer aus Angst keine Bestrafung der MobberInnen wollen. Was wünschen sich Opfer zu ihrem Schutz und als Hilfe?
Fehlverhalten ansprechen und Täter bestrafen
0%
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Tätern sollen Grenzen gesetzt werden
100%
 100%  [ 2 ]
Täter sollen mit dem No Blame Approach gefördert werden
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Bessere Idee nämlich
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Stimmen insgesamt : 2


rosebud Antworten mit Zitat
Mobbing-Neuling
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Anmeldedatum: Mar 28, 2017
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: Do Apr 13, 2017 10:32 pm    Titel: Farsta, No Blame Approach, Grenzen und Sanktionen
 
Ich mache jetzt mal hier weiter mit der Diskussion http://www.schueler-gegen-mobbing.de/portal/modules.php?name=Forums&file=viewtopic&t=4799

Hier wurde die Frage gestellt, ob Farsta oder No-Blame-Approach besser geeignet sind, um Mobbing zu stoppen. Ich habe dazu einiges gefunden und fange mit einem Zitat aus "Mobbing unter Schülern" von Mechthild Schäfer aus der Enzyklopädie der angewandten Entwicklungspsychologie an. (Sehr guter Artikel übrigens...)

Quelle: http://www.ajs-bw.de/media/files/download/mobbing/fachart_schaefer.pdf Seite 15

Ein weiterer Diskussionspunkt, nämlich, ob Interventionsanstrengungen direkte Sanktionen gegen Täter enthalten sollen oder ein "No-Blame-Approach" (Maines & Robinson, 1997) die Methode der Wahl ist, impliziert die Frage in welcher Richtung man irren möchte.
Der No Blame Approach irrt doppelt in Richtung des Opfers, weil er die Täter positiv sanktioniert.

Das ist besonders fatal, denn Mustafa Jannan verdeutlicht: "Täter sind häufig auch Opfer, leider wirken sich ihre Verhaltensweisen jedoch negativ auf ihre Mitmenschen aus - im Gegensatz zu den "echten" Opfern."

Dementsprechend benennt Wilfried Schubarth in seinem Buch "Gewalt und Mobbing an Schulen"(S. 159) folgende "Stärken der Farsta-Methode,
- klares Interventionsprogramm
- Grenzziehung und Normverdeutlichung
- relativ geringer Aufwand
- relativ einfacher Ablauf
- Arbeit im Team
- Reflexion beim Täter gefördert".

"Ziel ist eine klare Grenzziehung, dass Mobbing an der Schule nicht geduldet wird." Die Farsta-Methode interveniert also unmittelbar, konfrontiert den Täter mit seinem Fehlverhalten und fokussiert dabei auf Grenzen und Normen. Dadurch wird unmittelbar die Reflexion der TäterInnen gefördert, wenn es empathisch und verantwortungsbewusst geschieht.

Das Opfer bleibt bei Farsta genauso passiv wie beim No Blame Approach, wird allerdings nicht durch Übergriffe von den Lehrkräften manipuliert und missbraucht. Wenn MobberInnen-Eltern sich für weitere Schwächen und Probleme von Farsta interessieren, mögen sie das Buch selbst kaufen. Wink

Farsta ist somit als Mobbing-Intervention deutlich geeigneter als der No-Blame-Approach. Als Ursache für Mobbingverhalten nennt Mustafa Jannan nämlich auch "Ein Mangel an Grenzziehung durch die Eltern kann ebenfalls die beschriebenen Verhaltensweisen fördern (>>übertolerantes<< Verhalten). Hierzu zählen auch Fehlinterpretationen von eindeutig gewalttätigem Verhalten (z.B. >> Jungs müssen auch mal austeilen dürfen<<)."
Hierzu zählt sicher auch das in allen Bevölkerungsschichten anzutreffende Phänomen, dass Grenzen wie FSK-Vorgaben bei Medien und das Mindestalter bei sozialen Netzwerken und digitalen Plattformen wie WhatsApp, Musical.ly, Instagram, etc. von Eltern schlicht ignoriert wird und sie ihren Kinder damit die für ihre gesunde soziale und emotionale Entwicklung erforderlichen schützenden Grenzen verweigern. Sie überlassen sie einfach den auf maximalen Profit ausgerichteten Interessen von Konzernen.

Jannan benennt die negativen Auswirkungen auf die Fähigkeit zur Empathie durch unreflektierten Konsum von Medien: "Gewalttätige Medien bewirken erwiesenermaßen vermindertes Mitleid mit dem Opfer, sind als Auslöser (für Mobbingverhalten) jedoch nicht eindeutig zu benennen." Mittels No Blame Approach soll bei den MobberInnen - mit ungewissem Ausgang - Mitleid für das Opfer geweckt werden, in der Hoffnung, dass diese dann mit der Mobberei aufhören.

Als weitere Ursache für Mobbingverhalten nennt Jannan positiv bewertete aggressive Vorbilder und verweist dabei auf „die Bedeutung des Lehrerverhaltens für das Vorbildlernen“. PREVNet in Kanada geht weiter und mahnt die Vorbildfunktion für gesunde Beziehungen aller erwachsenen Bezugspersonen von Kindern und Jugendlichen an. Dr. Debra Pepler leistet hier hervorragende Aufklärungs- und Präventionsarbeit und betont auch, dass Mobbingopfer anfällig für Missbrauch in Beziehungen werden. Das könnte eine Ursache dafür sein, wenn Opfer sich nicht gegen den No Blame Approach wehren. Mein Dank an Dr. Mechthild Schäfer, die auf dieses Projekt aufmerksam gemacht hat. http://www.psy.lmu.de/mobbing/mechthild_schaefer/index.html

In ihrem bereits erwähnten Artikel betont Dr. Mechthild Schäfer "Die Stabilität des aggressiven Verhaltens (z.B. Loeber & Hay, 1997; Olweus, 1978) und die Identifikation der Täterrolle als stabiler Risikofaktor von der Grundschule zur weiterführenden Schule (Schäfer et al., 2005) legen aus lerntheoretischer Perspektive aber eine eindeutige "Message" an die Täter nahe." Farsta leistet das, der No Blame Approach nicht. Der N.B.A.-Pädagoge blickt nach vorne und ignoriert so alles, was die Mobber dem Opfer angetan haben. Da das Fehlverhalten ausgeblendet wird, fehlt die klare Message.

"Sanktionen, die den Tätern den Erfolg ihrer Handlungen offenkundig verweigern, fungieren zugleich als Aussage über den Gültigkeitsbereich gesetzter Normen." Lehrkräfte, SozialpädagogInnen bzw. –arbeiterInnen oder SchulpsychologInnen, die MobberInnen in mehrfacher Hinsicht positiv sanktionieren, indem sie sie zu Helfern für das Opfer in seiner aussichtslosen Lage (wie eine Fliege, die im Netz zappelt) aufwerten, mit Keksen in angenehmer Atmosphäre bewirten und in das Experten-Team aufnehmen, solidarisieren sich quasi mit dem/der Täter/Täterin. Durch dieses Verhalten verlieren dementsprechend die gesetzten schulischen Normen ihre Gültigkeit, die in der Klasse durchgesetzten Normen der MobberInnen werden verstärkt. Fatal ist das Signal und die Vorgehensweise insbesondere für die MitläuferInnen und Außenstehenden im Experten-Team.

Die Anwender des No Blame Approach verletzen dadurch die Würde des Opfers massiv, stellen durch das erneute Machtungleichgewicht den Gleichberechtigungsgrundsatz in Frage und werden zu Assistenten der TäterInnen.
Sie manipulieren und isolieren das Opfer statt es an der konstruktiven Lösung zu beteiligen und verweigern ihm Selbstbestimmung und Mitspracherecht: Sie bevormunden und entmündigen das Opfer.

Letztendlich bagatellisieren, belohnen und legitimieren die Anwender des No Blame Approach durch die freundschaftliche Förderung der MobberInnen deren vorhergehendes Mobbingverhalten. Für die Opfer und deren Eltern ist das mehr als ein Schlag ins Gesicht!

_________________
"Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, die jemand gegen ihn verwenden kann." Dr. Mechthild Schäfer und Gabriela Herpell
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Anette Antworten mit Zitat
Mobbing-Neuling
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Anmeldedatum: Jun 08, 2015
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: Fr Apr 14, 2017 12:00 pm    Titel:
 
Sehr gut analysiert Rosebud! Mustafa hat seine Informationen aus dem Bereich Opferschutz (den es nicht gibt... In Deutschland gibt es Täterschutz, fast ausschließlich. Das hat sich längst rumgesprochen). Opfer haben keine Lobby. Und er hat leider etwas nicht verstanden. Klar, es gibt Täter, die muss man als Opfer sehen, z.B. Täter die Schulamok begehen, und es gibt Täter, die Demütigungen erfahren haben und sie weitergeben. Es gibt auch Täter die einfach Freude an Psycho-Sadismus haben, weil sie nie Grenzen bekommen haben und von ihren Eltern hofiert werden wie Prinzen und Prinzessinen.

Wie auch immer - ZUERST müssen die Opfer geschützt werden (Hirigoyen, Schäfer, LOA...). Den letzten Punkt vergessen die freien Anti-Mobbing-Autoren, deren Bücher sich gut verkaufen. Das Geshäft läuft solange es keine Meldepflicht für systematischen Psychoterror gibt und solange (LOA) die Schulbehörden für Lehrershutz und Schülerschutz zugleich verantwortlich sind. Solange das nicht getrennt wird, bleibt der Schülerschutz reine Kosmetik auf den Homepages von Gewaltpräventionen, die Schulbehörden wieder schützen...

_________________
Fatal wird eine Situation, wenn Kollegen nicht hilfreich einspringen oder sich für nicht zuständig erklären. Jede Tat muss sanktioniert, Täter müssen konfrontativ zur Rede gestellt werden.

(Quelle: Gewaltprävention, Fortbildung (Kosmetik, Schulbehörde)
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Anmeldedatum: Mar 28, 2017
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: Fr Apr 14, 2017 4:02 pm    Titel:
 
Danke für die Blumen!

Was Du über MobberInnen schreibst, die keine Opfer sind, sehe ich ähnlich.
Es gibt Erziehungstrends, bei denen die Eltern-Kind-Beziehung als eine ebenbürtige von Subjekt zu Subjekt propagiert wird. Im Gegensatz zu der negativ bewerteten und von vielen auch als destruktiv erlebten autoritären Erziehung, bei der das erziehende Subjekt mit Strenge und Gewalt absoluten Gehorsam des zu erziehenden Objekts (Kind) durchsetzte. Der Vertreter der Schulpflegschaft am Ex-Gymnasium meinte allen Ernstes zu mir, dass er seine Tochter alleine entscheiden lassen würde, ob sie in einer Mobbing-Klasse bleiben will oder nicht. Da ich die Verantwortung für die gesunde Entwicklung meines Kindes habe, deutlich mehr Lebenserfahrung und einen soliden Überblick über das Phänomen Mobbing, würde ich das mein Kind auf keinen Fall alleine entscheiden lassen. Die Eltern-Kind-Beziehung kann und darf nicht symmetrisch sein, das Kind ist kein Partner.

Auf einem Infoabend zu der Frage, wie man das Selbstwertgefühl seines Kindes stärkt, um es vor Mobbing zu schützen, referierte die Psychologin ausschließlich und einseitig auf der Basis von Jesper Juul. Das wurde leider erst im Laufe des Abends deutlich. Es lief dann auf so allgemeingültige Tipps hinaus, dass Erwachsene bei Konflikten zwischen Kindern nicht eingreifen sollen. Auch bei älteren Kindern nur das besprechen, was sie freiwillig erzählen. Keine Fragen stellen! Kinder regeln schon alles alleine untereinander, man muss ihnen und ihrer Kompetenz nur vertrauen.

Schäfer / Herpell schreiben hingegen. "Die Kinder und Jugendlichen scheuen davor zurück, sich mitzuteilen, weil die Dinge, wenn sie einmal erzählt sind, erst wirklich wahr werden. Solange man versucht, alles mit sich selbst abzumachen, hat man noch Hoffnung, dass es sich eines Tages von selbst erledigt."
    - Eltern und Pädagogen können sich demnach keinesfalls darauf verlassen, dass Kinder und Jugendliche von sich aus erzählen.
    - Eltern können sich zudem nicht darauf verlassen, dass Lehrkräfte Mobbingverhalten oder Gewalt wahrnehmen und erkennen, weil ihr Berufsalltag stressig ist und viele einfach zu unsensibel sind.


Dementsprechend raten laut Schäfer / Herpell Mobbing-Forscher, "gerade weil das Phänomen verbreitet ist und unterschätzt wird, lieber einmal zu oft nachzufragen als einmal zu wenig."

Die Mobbingerlebnisse ähneln sich erschreckend:
http://www.waz.de/staedte/essen/du-hast-keine-freunde-du-bist-ganz-alleine-id11506842.html

"Darin heißt es auch, auf dem Schulgelände herrsche ein Handyverbot. Die Realität sieht anders aus: Beim Verlassen des Schulhofs zücken fast alle Schüler die Smartphones."

Am Ex-Gymnasium meines Kindes galt laut Schulordnung auch Handyverbot in der Unterstufe. Erst im Nachhinein habe ich erfahren, dass der Englischlehrer zu Beginn der fünften Klasse schon die Jungen mit Smartphones in der Klasse in der 5-Minuten-Pause zum gemeinsamen "Games spielen" nach vorne ans Lehrerpult kommen ließ. SchülerInnen wie Eltern mussten zuhause gemeinsam die Schulordnung lesen und unterschreiben. Was für eine Farce, wenn sich berufsjugendliche Lehrkräfte nicht daran halten und einen Teil der Klasse zu Regelverstößen animieren.

Dann braucht man sich nicht wundern, wenn sich die Klasse in die "Coolen", die Selfies machen, im Klassenzimmer für Musical.ly und Mannequin Challenge filmen, youtube-Videos gucken und Games spielen und in die "Langweiler", die sich an die Schulordnung halten und was lernen wollen, spaltet. Ich war vorher nur irritiert, weil das Handyverbot nicht kontrolliert wurde, selbst als Cybermobbing aus dem Klassenzimmer bekannt war. Als ich erfuhr, dass die Lehrkräfte selbst zu Regelverstößen auffordern, war ich froh, dass mein Kind raus ist. Das Gymnasium wird das nicht mehr in den Griff bekommen.

"Die Waldorfschule habe den aggressiven Mitschülerinnen ihrer Tochter jahrelang keine Grenzen gesetzt, sagt Mias Mutter." Das städtische Gymnasium meines Kindes auch nicht. Bei einem Cybermobbing-Fall mit Beweisen sind sie wohl mittlerweile aktiv geworden. Die Hauptakteurin sollte daraufhin sogar in eine Parallelklasse versetzt werden. Sie und ihre Clique haben dann im Klassenzimmer geweint, die Eltern der Mädels in der Schule angerufen und die Versetzung war vom Tisch. Es ist ein echtes Phänomen wie sich gestandene Männer mitsamt der Institution Gymnasium von einer Mädchenclique vorführen lassen. Sie hätten wenigstens auf einer Woche in der Parallelklasse bestehen sollen, um nicht ihr Gesicht zu verlieren.

"Was dann geschah, überraschte die von der Familie hinzugezogene Erziehungsberaterin nicht: Die verbalen, teils tätlichen Angriffe wurden schlimmer, kaum jemand wagte, den Opfern zu helfen."
Zum Glück sind wir raus.... Cool [/b]

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Anette Antworten mit Zitat
Mobbing-Neuling
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Anmeldedatum: Jun 08, 2015
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: Fr Apr 14, 2017 5:50 pm    Titel:
 
... Subjekt mit Strenge und Gewalt absoluten Gehorsam... das ist der Typ Mobber mit dem wir es zu tun hatten. Und sein Assistent war nicht weniger gut dran zu Hause, nur war seine Mutter "ungeschickter"... im Vertuschen als die des Chefs der Klasse... Beiden ist Status ganz wichtig.

Dazu gibt es eine Studie (Schäfer)

Auszug: Jeder achte Schüler strebt nach Macht

Zu den einflussreichsten Klassenpersönlichkeiten zählen die sogenannten „Bistrategen“, die sich sowohl gezielt freundlich verhalten als auch Zwang anwenden, um innerhalb der Klasse zu dominieren. Im Schnitt streben 14,2 Prozent der Kinder in einer Klasse nach Macht. Ein Viertel von ihnen gilt als Bistrategen, die – nach dem florentinischen Machttheoretiker Niccolò Machiavelli (1469 – 1527) – auch als Machiavellisten bezeichnet werden können, da sie positives und negatives Verhalten gleichermaßen einsetzen, um ihre dominante Stellung aufzubauen und zu festigen.

Schäfer: «Wir wissen noch nicht, ob dieses Kind deshalb der Boss ist, weil es mit seiner Einstellung mit der Klasse übereinstimmt, oder ob die Klasse seinem Vorbild folgt.» Sie rät Lehrern, von Anfang an zu unterbinden, dass einzelne Kinder die Klasse dominieren.

http://www.news4teachers.de/2013/02/psychologin-kleine-macciavellisten-pragen-das-klassenklima/

Die Frage die in der Studie noch offen ist kann ich aus eigenem Erleben beantworten. Mobber haben Eltern die sich ebenso verhalten.

Weiter. Das Kinder Konflikte mit sich alleine austragen sollen, um daran zu wachsen, sehe ich auch so. Das gilt für "Konflikte" zwischen zwei Kindern, wenn die Machtverhältnisse ungefähr gleich sind.

Für Mobbing gilt das nicht. Es geht ja um systematische heimliche Fertigmache. Da MÜSSEN Erwachsene eingreifen (Olweus). Kinder können sich daraus alleine nicht befreien. Die Schule ist rechtlich verantwortlich, das Opfer aus der Lage zu befreien, weil es eine Schulpflicht gibt (Schäfer). Wegsehen kommt unterlassener Hilfeleistung gleich. Festhalten dürfte als Mittäterschaft gewertet werden... Genau wie wegsehen, vertuschen, kleinreden...

Hat denn der Herr Besserwisser überhaupt eine Tochter, der ernsthaft meinte, dass er sein Kind alleine entscheiden lassen würde bei den Machtverhältnissen? Es ist ja schon schlimm genug, dass unwissende Eltern von "erfahrenen" Lehrern, Schulleitern "festgehalten werden"... allein durch das Wegsehen!!! Da fällt einem nichts mehr zu ein. Wo haben die ihren Kopf? Mit der Verbeamtung abgegeben? Kaum den Vertrag in der Tasche schon mit den Gedanken in Rente?

Eine ähnliche Situation hatten wir auch. Als ich fragte, ob jemand am Tisch (vier Personen aus dem Schulbetrieb) selbst ein Kind habe (keiner hat ein Kind), sagte der alles besser wissende Mobbingbeauftragte (Kosmetik auf der Homepage): "Das spielt überhaupt keine Rolle!" ... und sah "kompetent", Nase hoch, in die Runde. "Ja, spielt keine Rolle". ... stimmte ihm kleinlaut der total unsichere neue Klassenlehrer zu. Ah Idea Spielt keine Rolle, so so. Dann möchte ich sie selbst irgendwann in der Situation erleben.

Selbsternanntes Bildungsvolk... Dümmer geht immer. Es gibt zum Glück Ausnahmen! Sonst würde ich wohl meine Kinder in Frankreich zu Hause beschulen...

Wir haben uns drei Schulen angesehen. Der Stufenleiter einer Schule stellte die entscheidende Frage, ob Schule wechseln ja oder nein (wobei das keine Frage mehr war, nur wohin):

"Wie viele Unterstützer hat ihr Kind in der Klasse? .... Das sind zu wenige!!! Holen Sie ihr Kind raus...!"

Rosebud, ich habe alles sehr aufmerksam gelesen. Mir ging es ähnlich, ich wollte damals auch genau wissen, was meinem Kind da eigentlich passiert ist und worauf wir in Zukunft achten müssen. Ich antworte die nächsten Tage ausführlicher.

GLG,
Anette

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Anette Antworten mit Zitat
Mobbing-Neuling
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Anmeldedatum: Jun 08, 2015
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: Di Apr 18, 2017 8:38 am    Titel:
 
So, hier kommt die ausführlichere Ergänzung zwecks Meinungsaustausch.

Mittels No Blame Approach soll bei den MobberInnen - mit ungewissem Ausgang - Mitleid für das Opfer geweckt werden, in der Hoffnung, dass diese dann mit der Mobberei aufhören.
Paradoxe Idee zum Vorteil der Überzahl. 1. Lachen MobberInnen über Mitleid mit ihrem Opfer, 2. wird das Opfer als bemitleidenswert vorgeführt, also auch von der Lehrerschaft (Vorbildfunktion) als Opfer diskreditiert. Wahrheit: Bemitleidenswert sind Täter, Helfer und Mitmacher. Diese brauchen Hilfe, Grenzen und Konsequenzen, Einzel- und Gruppentherapie. Kinder um das 6/7 Lebensjahr können ihre Taten reflektieren (Schäfer). Die einzige Person, die man draußen lassen sollte ist das Opfer. Das hat ja nichts falsch gemacht und kann nichts dafür. Wenn es Hilfe braucht ist es andere Hilfe, sicher nicht diese, die das Opfer doppelt schwächt. N.B.A. verwechselt Täter und Opfer, so als würde es am Opfer liegen, dass sich Täter, Helfer und Mitmacher gar nicht anders verhalten können. Das Opfer wird indirekt (und direkt) als Auslöser einbezogen, während Täter und Helfer ihre Maske weiter tragen dürfen. N.B.A. geht davon aus, dass die Gruppe für Zivilcourage verantwortlich ist. Naiv und im Widerspruch zu allen Studien die besagen, dass Mitmacher sich der Zivilcourage wenig verpflichtet fühlen. Der N.B.A. kämpft also um "Kunden", die am Produkt kein Interesse haben, weil zu spät... Mit Zivilcourage hat N.B.A. wenig zu tun. Die Vorteile sind andere. Erwachsene müssen Mobbing sofort stoppen, ohne Verzögerung!! Der. N.B.A. zögert die Qual für Opfer hinaus. Zivilcourage kann nur von Erwachsenen im Schulalltag kommen! Förderug von Zivilcourage ist gut gemeint und liegt im Bereich der Prävention. Bei Mobbing ist es zu spät für diese Art Prävention. N.B.A. nimmt Mobbing nicht ernst, wird aber von Schulen favorisiert und von Schulbehörden offiziell auch. Eltern nicht mitzuteilen, dass ihr Kind mobbt ("Es gibt Schüler und Lehrer die beobachtet haben...") ist ebenso als unterlassene Hilfeleistung zu betrachten. Aber so weit geht die Täterhilfe bei N.B.A. dann doch nicht... Warum nicht?

In die Klasse eines meiner Kinder kommt ab diese Woche eine Schülerin, deren Eltern sich in der Nebenklasse ein halbes Jahr gegen N.B.A. gewährt haben. Ich habe die Schülerin vor ein paar Wochen in der Kantine gesprochen. Sie saß am Tisch meines Kindes und erzählte, dass ihre Eltern mit ihr beim Sozialpädagogen waren und er sie immerzu fragen würde „Warum willst du das denn nicht?“ Nun, jetzt wurde sie endlich befreit. Übrigens eine Schülerin ohne besonderen Merkmalen, ein ganz normales unauffälliges Kind, kommt mit den Schülern aus der Klasse meines Kindes bestens zurecht.

die Identifikation der Täterrolle als stabiler Risikofaktor von der Grundschule zur weiterführenden Schule (Schäfer et al., 2005) legen aus lerntheoretischer Perspektive aber eine eindeutige "Message" an die Täter nahe." Das kann ich bestätigen. Der zweite Mobber meines Kindes (es waren zwei Gestörte) hat nachweislich in der Grundschule gemobbt und sich im Klassenchat damit gebrüstet, Bilder von ehemaligen gepostet und gezeigt wen er gemobbt hat. Er war stolz darauf und hat in der weiterführenden gleich wieder neue Opfer gesucht. N.B.A. belohnt diese Schüler und macht sie erfolgreich. Der Mobber der oben genannten Schülerin war in der Grundschule auch als Angreifer bekannt. Ich weiß das, weil er in der Klasse meines anderen Kindes war.

"Sanktionen, die den Tätern den Erfolg ihrer Handlungen offenkundig verweigern, fungieren zugleich als Aussage über den Gültigkeitsbereich gesetzter Normen."
Die Kinder lernen von Anfang an in der Schule, dass Schule ein „rechtsfreier Raum“ ist. Sie sammeln bestenfalls Mahnungen wie Bierdeckel bis zur Klasse 10. Und weiter (Werner Ebner). Bis man sie aus der Schule entfernen könnte vergehen Jahre. Ebner rät, die Täter konsequent in die Nebenklasse zu versetzen, als Warnung. Dazu braucht es gute und selbstbewusste Schulleitungen die ihre Lehrer stärken und Tätern, zur Not auch deren Eltern, Grenzen setzen.

Schäfer / Herpell Mobbing-Forscher, "gerade weil das Phänomen verbreitet ist und unterschätzt wird, lieber einmal zu oft nachzufragen als einmal zu wenig."
Nachfragen „wie geht es dir?“ und nicht „wie war die Schule?“. Auf „Wie war die Schule?“ antworten gemobbte Kinder eher nicht.

Ein Farsta-Protokoll (Quelle: http://bildungsserver.berlin-brandenburg.de/fileadmin/bbb/themen/gewaltpraevention/Broschueren/BB-BE_Anti-Mobbing-Fibel.pdf Seite.: 28/29)

Heftiger ist das folgende Gespräch mit Paul. Er streitet alles ab und verachtet Nadja offensichtlich. Er sagt, es sei halt seine Meinung und eine eigene Meinung dürfe man ja wohl haben. Schließlich werde er ja auch von der Schule dazu ermutigt, eine eigene Meinung zu haben. Nun hätte er mal eine eigene Meinung und nun wäre das auch nicht recht. Ich entgegne: „Was hier zählt, ist nicht Ihre Meinung, sondern Ihre Absicht! Und die ist in höchstem Maß kränkend und verletzend! Ihre Absicht ist es, vorsätzlich Nadjas Würde anzugreifen. Das nennt man Mobbing! Mobbing erfüllt den Straftatbestand der Körperverletzung! Das muss sofort aufhören!“ Er schweigt verbissen. Ich biete ihm an, entweder zu kooperieren oder Schulmaßnahmen in Kauf zu nehmen. Gegebenenfalls würde ich der Schulleitung empfehlen, Strafantrag zu stellen. Ich wirke entschlossen und gebe zu verstehen, dass wir es nicht dulden, dass jemand an der Schule gezielt fertig gemacht wird. Da er seine Äußerungen schon zugegeben hat, kann er nicht mehr nach Zeugen und Beweisen fragen. Die Sache wird ihm zu heiß, und er gibt auf. Es wird vereinbart, keine Beleidigungen mehr auszusprechen und anstatt zu tuscheln den Blickkontakt im Unterricht zu vermeiden. Ich frage ihn, wie er denn Nadja begegnen würde, wenn er sie jetzt gleich sähe. Er wirkt unsicher. Ich biete ihm an, Nadja zu holen um eine Blickprobe zu machen. Das möchte er nicht. Er verspricht, die Sache mit Nadja auf diskrete Weise zu lösen. Wir trauen ihm das zu und entlassen ihn mit dem Hinweis auf ein Kontrollgespräch. Das Gespräch mit Finn verläuft ebenfalls typisch: abstreiten, sich rechtfertigen, nach Zeugen fragen, sich cool zeigen. Ich bleibe bei meiner Linie. Freundlich im Ton und unnachgiebig in der Sache. Der Gesprächsbogen hilft mir dabei, mich nicht zu verzetteln.

Zurück zu den Bistrategen, jeder achte Schüler strebt nach Macht (Schäfer)
Ich bin der Meinung, dass man bei allem „Verständnis für die Täter“ nicht vergessen sollte, dass es sich um Züge Instrumentell-dissoziales Verhaltens handelt, das früh gestoppt werden sollte, bevor es sich in eine feste Charakterbildung formt.

Täter brauchen Hilfe. Auf jeden Fall. 1. Zum Schutz anderer und 2. vor sich selbst. N.B.A. sieht die Reihenfolge anders. Wenn sich das Verhalten erst gefestigt hat im „rechtfreien Raum“…, zeigt die Person irgendwann keinen Leidensdruck mehr. Ohne Grenzen wird übersteigertes Selbstvertrauen und Machtgefühl, ohne Veränderungsbereitschaft, in der Schule, von klein an, gefördert. Fehlen von Einfühlungsvermögen, Schuldgefühl oder Angst, oberflächlicher Charme und Gefühlsregungen, instabile, wechselnde Beziehungen können für den Täter die Folgen sein. Vielleicht sitzen gerade diese später als scheinbar erfolgreiche Erwachsene in Therapie und verstehen nicht, warum z.B. Beziehungen in die Brüche gehen. Früher wurde das Verhalten als Psychopathie bezeichnet. Allerdings kann dies manchmal der gesellschaftlichen Norm entsprechen, in einer narzisstischen Gesellschaft... Heute weiß man, dass es sich um Beziehungsstörungen handelt.

Auszug: Die Welt der Täter (Du Opfer S. 89)

• Nicht dumm und stark, sondern schlau und sozial kompetentLange Zeit Meinung er kompensiere eigene Defizite, kein armes Schwein, sehr clevere Täter kommen aus gutbürgerlichen, harmonischen Elternhäuser
• Zur Manipulation anderer braucht man gute Einsicht in ihr Denken
• Täter bleiben aggressiv, wenn ihnen niemand entgegentritt Kinder, die in der Grundschule Täterqualitäten zeigen, behalten diese in der weiterführenden Schule bei Schüler in 9./10. Klasse waren schon in 5/6 Opfer oder Täter
• Machiavellisten: charmant, klug, kompetent, wenn niemand zusieht fahren sie Krallen aus (Machiavellisten)

Drei Strategien um an Macht zu kommen:
1. aggressiv, erhöht sich selbst über die anderen, braucht Opfer
2. braucht ebenfalls die Anerkennung der Gruppe, handelt aber so, dass Gruppe Vorteil hat (Klassensprecher)
3. effektivste Variante, beide Strategien miteinander verbinden

• Dominanz hat zwei Gesichter: Die einen fühlen sich für Menschen verantwortlich, die anderen unterdrücken sie

Olweus: verheerende Konsequenzen: etliche werden auffällig, kommen mit Gesetz in Konflikt, verfallen dem Drogenmissbrauch Aber auch: andere Hälfte werden erfolgreiche Manager.

Quelle: http://www.sbndb-regionalpoint-bogen.de/pdfs/Zusammen-Schaefer-Du%20Opfer.pdf

In Schweden hat sich das Schulsystem (Konkurrenzsystem) bis Klasse 8. von Noten distanziert, um die sozialen Kompetenzen gegen Mobbing zu fördern, bis die Kinder eine gewisse Reife haben. Zugleich setzt man auf Tabubruch und macht Mobbing zum offenen Thema auf 3. Ebenen. 1.Schulpersonal, 2. Eltern einbeziehen und aufklären 3. Persönliche Schülerebene. Auf dieser kommt auch Farster zum Einsatz. Rechtfertigungen und Verdrehungen werden nicht akzeptiert.

Fazit: Kinder brauchen früh Grenzen und altersgerechte Konsequenzen auch. Schulen sollten in der Lage sein, Eltern von Mobbern den Weg zu psychologischer Beratung zu weisen, mit Hinweisen darauf, welche Schäden beim Opfer (Verantwortung) und auch beim eigenen Kind entstehen können (Fehlentwicklung). Dazu gehört Mut. Ich persönlich halte Macht nicht für falsch, nur Machtmissbrauch. Es kommt darauf an, was man mit Macht macht.

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(Quelle: Gewaltprävention, Fortbildung (Kosmetik, Schulbehörde)


Zuletzt bearbeitet von Anette am Mi Apr 19, 2017 8:36 am, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Anette Antworten mit Zitat
Mobbing-Neuling
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BeitragVerfasst am: Di Apr 18, 2017 1:43 pm    Titel:
 
Deutschland liegt weltweit an der Spitze

Eine deprimierende Erkenntnis erlangte Wolfgang Melzer, Professor für Schulpädagogik an der TU Dresden. Er gehört zu einer Forschergruppe, die für die Weltgesundheitsorganisation den Einfluss von Schule auf den Gesundheitszustand von 20 000 Kindern in Deutschland untersucht hat. „Was Mobbing betrifft, liegen wir im internationalen Ranking an der Spitze.“

Mobbing komme an Grundschulen wesentlich häufiger vor als an weiterführenden Schulen, resümiert Experte Jannan. Deshalb sollten schon Grundschullehrer das Verhalten der Kinder korrigieren, bevor diese es im Lauf der Schuljahre perfektionieren, empfiehlt Mechthild Schäfer, Psychologin an der Ludwig-Maximilians-Universität in München. Hierzu müssten Grundschulpädagogen auch psychologisch ausgebildet werden, empfiehlt die Mobbing-Expertin und kritisiert,

es sei „nicht zu fassen, was manche nicht sehen“.

http://www.focus.de/familie/psychologie/psychoterror/der-feind-in-meiner-schule-mobbing_id_1720385.html

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(Quelle: Gewaltprävention, Fortbildung (Kosmetik, Schulbehörde)
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Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: Di Apr 18, 2017 4:03 pm    Titel: Warum N.B.A. sinnlos ist....
 
Super auf den Punkt gebracht, Annette!

Sozialpädagogen, die die Grenzen des Opfers nicht respektieren, wie Du es beschreibst:
"Sie saß am Tisch meines Kindes und erzählte, dass ihre Eltern mit ihr beim Sozialpädagogen waren und er sie immerzu fragen würde „Warum willst du das (den No Blame Approach) denn nicht?“ Nun, jetzt wurde sie endlich befreit."
haben persönliche und /oder fachliche Defizite:

    Welcher psychisch gesunde - erwachsene - Mensch käme auf den absurden Gedanken, einem Opfer von psychischer und /oder physischer Gewalt zu suggerieren, man könne es nur schützen, wenn es Hilfe und die "Expertise" vom Täter akzeptiert? Man muss sich nur mal vorstellen, Frauen würden nach einer Vergewaltigung empathisch dazu motiviert, ihre Gefühle zu therapeutischen Zwecken vor dem Täter offenlegen zu lassen. Der No Blame Approach ist schon vom Grundgedanken her krank.

    Welche qualifizierte pädagogische Fachkraft ist so besessen von seiner Retter-Attitüde und positiven empathischen Sicht auf die Täter, dass er dabei das Opfer rücksichtslos überfährt? Beim No Blame Approach beschäftigt die sogenannte pädagogische Fachkraft das Opfer und seine Eltern mit der Drohung, dass anders keine Hilfe möglich sei und Sanktionen zu Racheakten und damit zur Verschärfung der aussichtslosen Position des Opfers führen würden. Bei dieser Übernahme der Täterperspektive geraten die vitalen Interessen des Opfers aus dem Blick: Möchte es in den Fokus der Aufmerksamkeit gestellt werden? Möchte es von der pädagogischen Fachkraft vor gleichaltrigen Klassenkameraden namentlich genannt und so mitsamt seiner Gefühle geoutet und stigmatisiert werden? Möchte es, dass in seiner Abwesenheit über es geredet wird (insbesondere nach verbaler Gewalt!) Möchte ein Opfer Hilfe vom Täter oder ist allein die Idee schon entwürdigend?

    Welcher empathische erwachsene Mensch bagatellisiert die Gewalt gegen das Opfer vor allen Beteiligten durch offenes Desinteresse "Ich will gar nicht erfahren, was passiert ist...."


Einen Monat bevor der Klassenlehrer uns den No Blame Approach anbot, habe ich ihm den Text "Zur Differenzierung zwischen Grenzverletzungen, Übergriffen und strafrechtlich relevanten Formen der Gewalt im pädagogischen Alltag" von Enders/Kossatz/Kelkel/Eberhardt 2010 als Diskussionsgrundlage gemailt.
Quelle: http://www.zartbitter.de/gegen_sexuellen_missbrauch/Fachinformationen/6005_missbrauch_in_der_schule.php

Ich wusste zu dem Zeitpunkt noch nicht, dass es sich um Mobbing handelt, aber der Klassenlehrer reagierte sowieso meist nur mit Belächeln oder Augenrollen. So ein konfliktscheues Verhalten kannte ich von meinen eigenen LK-Lehrern in der Form gar nicht, da ging es in Auseinandersetzungen immer um die besten Argumente. Erst als eine Lehrerin, die sich mit Mobbing auskennt, an das Gymnasium kam und sie das Mobbing gegen unser Kind beobachtet hatte, wurde das Problem ernst genommen. Leider fiel ihr außer dem No Blame Approach nichts ein.

Der Sozialpädagoge hat offensichtlich von einem grenzachtenden Umgang ebenso wie der Ex-Klassenlehrer noch nichts gehört: "Die aus fachlichen und/oder persönlichen Defiziten resultierende Vernachlässigung eines grenzachtenden Umgangs kann im pädagogischen Alltag zu einer „Kultur der Grenzverletzungen“ führen, die in der Regel eine Verwahrlosung der Gruppennormen innerhalb der Institution zur Folge hat."

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"Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, die jemand gegen ihn verwenden kann." Dr. Mechthild Schäfer und Gabriela Herpell
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BeitragVerfasst am: Mi Apr 19, 2017 9:23 am    Titel: Zwischenbilanz
 
Was wissen wir?

Olweus International wird in Schweden und Norwegen, in Kombination mit der Farsta-Methode, gegen Schulmobbing bereitgestellt. Deutschland setzt auf No Blame Approach und zählt im Vergleich 5fach so viele ernste Mobbingfälle.

Damit liegt Deutschland an der Spitze!

N.B.A. Homepage, internationale Werbekampagne:

Seit mehreren Jahren wird in der England, Deutschland, der Schweiz, den Niederlanden, in Belgien, Australien und Neuseeland erfolgreich mit dem No Blame Approach gearbeitet. Erste Ansätze gibt es inzwischen auch in Österreich und Luxemburg.

Sogar einen anerkannten Gütesiegel konnte N.B.A. in Deutschland für sich gewinnen:

Aktion Mensch:

Der No Blame Approach hat uns von Beginn an fasziniert. Wir entwickelten bereits Anfang 2003 einen eintägigen Trainings-Workshop und starteten damit, den No Blame Approach in Deutschland zu verbreiten.
Von März 2006 bis März 2008 war es uns dank der Unterstützung der Aktion Mensch möglich, den No Blame Approach bundesweit vorzustellen, bekannt zu machen und zu evaluieren.


Herzlichen Glückwunsch an Barbara Maines und George Robinson und in Deutschland an Heike Blum und Detlef Beck! Die „Faszination“ nimmt offensichtlich kein Ende. Nun zu den angeblich evaluierten Programmen.

(Anmerkung: Besonders Patientenorganisationen sind in den vergangenen Jahren den übergriffigen Methoden des Guerilla-Marketings ausgesetzt gewesen. Quelle: Guerilla-Marketing, Wikipedia)

Vergleich

Auszug aus einem Interview (Schulmobbing / Spiel mit Tätern und Opfern) mit Prof. Dr. Herbert Scheithauer, Univ.-Prof. Dr. phil. Dipl.-Psych.:

Meiner Meinung nach oftmals falsch. Hals über Kopf wurde meist „irgendewas“ unternommen, nur um dann sagen zu können – „Mobbing!? Ja, da machen wir ja was!“ Die meisten Programme und Aktionen waren und sind jedoch nicht sinnvoll und auch nicht evaluiert. [b]Auch von Seiten der Schulbehörden werden leider oftmals nicht-evaluierte Maßnahmen favorisiert.

[b]Fazit


Der N.B.A. wird überall dort favorisiert, wo Mobbing im Strafrecht wenig Gehör findet. In Schweden und Norwegen gibt es einen klaren Gesetzentwurf gegen Mobbing. In Deutschland wird von Seiten der Schulbehörden viel geredet und wenig bewegt.

Hoffnung für Schüler

Eine erste Studie (Olweus) läuft derzeit in Deutschland, aktuell bereits in 30 Schulen.

An dieser Stelle ein großes Daaaaaaankeschööööön an die Baden-Württemberg Stiftung! Das gibt Hoffnung!

_________________
Fatal wird eine Situation, wenn Kollegen nicht hilfreich einspringen oder sich für nicht zuständig erklären. Jede Tat muss sanktioniert, Täter müssen konfrontativ zur Rede gestellt werden.

(Quelle: Gewaltprävention, Fortbildung (Kosmetik, Schulbehörde)


Zuletzt bearbeitet von Anette am Mi Apr 19, 2017 5:08 pm, insgesamt 4-mal bearbeitet
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BeitragVerfasst am: Mi Apr 19, 2017 12:11 pm    Titel:
 
N.B.A. und Guerilla-Marketing

Guerilla-Vermarktung ist eine Wortschöpfung des Marketing-Experten Jay C. Levinson aus der Mitte der 1980er Jahre[1][2], der damit ungewöhnliche Vermarktungsaktionen bezeichnet, die mit geringem Mitteleinsatz eine große Wirkung versprechen. Der Begriff Guerilla leitet sich dabei von der speziellen Art der Kriegsführung ab, bei der untypische Taktiken zur Zielerreichung im Hinterland des Gegners angewendet werden. Laut Hutter/Hoffmann (2011) umfasst Guerilla-Marketing „verschiedene kommunikationspolitische Instrumente, die darauf abzielen, mit vergleichsweise geringen Kosten bei einer möglichst großen Anzahl von Personen einen Überraschungseffekt zu erzielen, um so einen sehr hohen Guerilla-Effekt (Verhältnis von Werbenutzen und -kosten) zu erzielen“[3].

Die beste Taktik: Mundpropaganda

(Hauseigene unreflektierte Studien ohne Gegengutachten von echten Experten und mit falschen flachen Schlussfolgerungen. Die Online-Umfrage von N.B.A. ist höchst unseriös, manipulativ und klammert eine Befragung von Seiten Betroffener komplett aus.)

Instrumente: https://de.wikipedia.org/wiki/Guerilla-Marketing

Schneeballsystem nennt man das in der Versicherungsbranche. Die Fanzahl wird automatisch immer größer. Kritische Fragen von Eltern werden von "Killerphrasen" hartnäckig weggeräumt z.B.: Ein Schulleiter sagt: "Strafen haben noch nie geholfen." (Konsequenzen schon). Angst wird bestärkt und in Totschlagargumente verwandelt (Botschaft: "Es wird schlimmer, wenn man den Täter anspricht", u.s.w.). Eltern und Opfern, die ablehnen, wird mangelnde Kooperationsbereitschaft unterstellt u.s.w.. Schwerwiegende Gegenargumente, die das Opfer belasten (...), werden in den Seminaren vermutlich sofort "scharf" widerlegt u.s.w.. Wer traut sich in dieser Psychorunde unter Gleichgesinnten noch zu widersprechen? ELter sind ahnungslos, auf jede Hilfe angewiesen! Solche Verlagssysteme funktionieren leicht mit Menschen, die sich gern in Sicherheit wiegen und Konfliktscheu sind. Die ihre Beamtenkarriere nicht gefährden wollen und sich zuerst selber schützen möchten, oder die sich leicht blenden lassen. Das Beamtenvolk ist geradezu ideal als Kunde, schließlich werden Lehrer von den Schulbehörden, laut Presseartikeln und eigenen Aussagen in Kommentaren, zu wenig gestärkt und angeblich bleibt ihnen nichts anderes übrig, als N.B.A. anzuwenden.

Wo ist eigentlich Chat? Er/sie ist verantwortlich für die kurze Diskussion und nun ist er/sie weg Laughing Twisted Evil Cool

_________________
Fatal wird eine Situation, wenn Kollegen nicht hilfreich einspringen oder sich für nicht zuständig erklären. Jede Tat muss sanktioniert, Täter müssen konfrontativ zur Rede gestellt werden.

(Quelle: Gewaltprävention, Fortbildung (Kosmetik, Schulbehörde)
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