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Forum - SCHÜLER GEGEN MOBBING :: Thema anzeigen - Schulwechsel statt No-Blame-Approach - Eure Erfahrungen?

Schulwechsel statt No-Blame-Approach - Eure Erfahrungen?

 
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rosebud Antworten mit Zitat
Mobbing-Neuling
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Anmeldedatum: Mar 28, 2017
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: Di März 28, 2017 3:13 pm    Titel: Schulwechsel statt No-Blame-Approach - Eure Erfahrungen?
 
Hallo zusammen,

mir sitzt noch das schulische Angebot "No-Blame-Approach" für mein Kind in den Knochen.

Ich kann einfach nicht fassen, dass dieser Ansatz - der für Kinder mit emotionalen und Verhaltensproblemen entwickelt wurde - also für den Umgang mit "verstörten" Kindern im Jahr 2017 an Gymnasien gemobbten gesunden Kindern angeboten wird.

Mein Kind hat abgelehnt. Uns wurde daraufhin tatsächlich "mangelnde Kooperation, sich auf ein anerkanntes Verfahren einzulassen", weil der "auch vom Schulministerium empfohlene No-Blame-Approach" abgelehnt wurde, vorgeworfen. Da ich schon einige systemische Lösungen in meinem Leben begleitet habe und dies die einzige angebotene Mobbing-Intervention der Schule war, blieb nur der Schulwechsel.

Das war eine goldrichtige Entscheidung. Irgendwann ist das Vertrauen für eine Erziehungspartnerschaft zerstört.

Ich konnte gar nicht glauben, dass das Schulministerium Werbung für einen kommerziellen Anbieter macht und dann nur für eine einzige Mobbing-Intervention. Ist aber in NRW tatsächlich so.

Frauen möchten nicht als Sexual-Objekt diskriminiert werden, Mobbingopfer nicht als Hilfs-Objekt zur pädagogischen Förderung ihrer Peiniger. Seht Ihr das anders? Was habt Ihr für Erfahrungen mit dem No-Blame-Approach?
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Anette Antworten mit Zitat
Mobbing-Neuling
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Anmeldedatum: Jun 08, 2015
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: So Apr 02, 2017 5:36 pm    Titel:
 
Hallo Rosebud,

in (von der Schule vernachlässigten) Mobbingfällen, ist der Schulwechsel die richtige Alternative zu N.B.A. Das ist zwar ein großes Unrecht und falsch, aber im Zweifel die beste Lösung, wenn die Mehrheit sich weigert, die richtigen Schritte zu bewegen bleibt nichts anderes übrig. In fast jeder Klasse sitzt unter den Eltern ein Jurist, oder mehrere. Besonders an den Gymnasien. Darum geben die Schulleiter oftmals auf! Das ist der Grund.

N.B.A. schützt quasi die Täter und die Lehrer/Schulen vor Eltern der Angreifer, vor Polizei, vor dem Schulamt..., das macht das Konzept erfolgreich. Die Autoren präsentieren den Erfolg einer "internen Studie". Noch Fragen? Eltern die N.B.A. zurecht ablehnen werden als inkompetent hingestellt. Das hindert mich nicht, andere vor N.B.A. zu warnen. Du hast das Richtige getan. N.B.A.? Nix wie weg!

Dein Beispiel bringt es, wie ich finde, genau auf den Punkt. In meinem Augen ist der N.B.A. auch, wie du es siehst, ein weiterer Missbrauch. Über psychische Krankheitsbilder in Folge von Mobbing, muss man sich da nicht mehr wundern. Ich weiß nicht was schlimmer ist, Wegsehen oder N.B.A.? Beides. Das Programm verlängert meiner Ansicht nach die Qual und vermittelt dem Opfer, dass es sooo schlimm auch wieder nicht ist; vertragt euch wieder.

Hinzu kam, dass uns N.B.A. erst angeboten wurde, als wir bereits vor dem Schulwechsel standen! Als wir fragten, ob die Polizei einzuweihen sei. Der zuständige Mobbingbeauftragte (lediglich auf der Homepage...) fragte, ob wir "seine Kompetenz" anzweifeln würden (Selbstschutz). Die stellvertretende Schulleitung versuchte schnell runterzuspielen: "Die Polizei sei "überfordert" mit Gewalt an Schulen". (Bitte nicht...) Als wir später die Situation der Polizei schilderten, besuchte diese die Schulleitung, nahm die Klassenliste mit, rief uns an und riet dazu, die Schüler nachträglich anzuzeigen, trotz Schulwechsel! Als Signal an Schüler, alle Eltern und an die Schule. Sonst wäre alles unter dem Teppich liegengeblieben und wer weiß was noch. Danach ist mehr unter dem Teppich hervorgekommen als uns lieb war. Trotzdem war es genau das richtige Signal.

Das zur Erfahrung mit N.B.A..


LG,
Anette

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Fatal wird eine Situation, wenn Kollegen nicht hilfreich einspringen oder sich für nicht zuständig erklären. Jede Tat muss sanktioniert, Täter müssen konfrontativ zur Rede gestellt werden.

(Quelle: Gewaltprävention, Fortbildung (Kosmetik, Schulbehörde)
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rosebud Antworten mit Zitat
Mobbing-Neuling
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Anmeldedatum: Mar 28, 2017
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: Mo Apr 03, 2017 3:05 pm    Titel:
 
Hallo Anette,

herzlichen Dank für Deine Rückmeldung! Immerhin eine Gleichgesinnte!

Es tut mir sehr leid, was Ihr durchmachen musstet. Den Eindruck, dass Schulleitung und Lehrkräfte Angst vor einigen Eltern haben, hatte ich auch. Deshalb schaut man bei Mobbing lieber nicht so genau hin und / oder wird nur zögerlich aktiv, die Betroffenen müssen es eben aushalten. Wie mutig, dass Ihr die Schule gewechselt und die Mobber angezeigt habt. Ihr hättet es Euch ja auch leicht machen und die zusätzliche Belastung mit den Anzeigen vermeiden können. Respekt, dass Ihr Euch dem gestellt habt!

Der N.B.A. wird ja als so "erfolgreich" gehypt, deshalb habe ich mir als er uns vorgeschlagen wurde, zunächst nicht viel dabei gedacht. Außer dass er mir "typisch" für das pädagogische Konzept der Schule schien: "übertolerantes Verhalten gegenüber denen, die sich nicht an vereinbarte Regeln halten" und / oder Fehlverhalten eben nicht bemerken und / oder thematisieren. Dabei beschreibt Mustafa Jannan als eine Ursache für Täterverhalten:
"Ein Mangel an Grenzziehung durch die Eltern kann ebenfalls die beschriebenen Verhaltensweisen fördern (>>übertolerantes<< Verhalten)." Wenn in der Schule dann auch keine Grenzen gesetzt werden, können die Täter ihr destruktives Verhalten dort ungehindert ausleben und perfektionieren.

Wenn das Mobbing nach dem N.B.A. weitergeht, raten Heike Blum und Detlef Beck unter "Knackpunkt: Gruppe von Akteuren und Akteurinnen" in einem weiteren Gespräch zu folgenden Sätzen: "Danke, dass ihr erneut gekommen seid. Wie Ihr wisst, geht es X weiterhin nicht gut. Er kommt noch immer nicht in die Schule. Und es muss dringend etwas unternommen werden, damit sich diese Situation ändert. [...] Mich interessiert nicht, was gewesen ist, sondern nur, wie es in der Klasse zukünftig gut gehen kann und auch X, wenn er wieder in die Schule kommt. [b]Dafür brauche ich dringend Eure Unterstützung und Eure Hilfe. Ohne Euch geht das einfach nicht." Das Opfer wird erneut auf dem Silbertablett ausgeliefert und alle Erwachsenen sind hilflos und machen sich abhängig von der Kooperation der Mobber: Mehr Erfolg kann man mit aggressiven Strategien wirklich nicht haben.

Unter "Knackpunkt: Eltern des Mobbing-Betroffenen" ist im Grunde Eure Situation beschrieben. Es sei zu spät, wenn sich die Eltern bereits dazu entschieden haben, ihr Kind von der Schule zu nehmen oder juristische Schritte einzuleiten. Bei uns war es anders, erst nachdem unser Kind abgelehnt hat, habe ich mich genauer mit dem N.B.A. auseinandergesetzt und war total entsetzt über diesen groben Unfug und die "Fallbeispiele". Von Evaluation kann ja bei dem Sammelsurium subjektiven Eindrücken, Bewertungen und Interpretationen keine Rede sein.

Die Autoren widersprechen sich auch selbst, als bedeutsame These für die pädagogische Arbeit und nicht zuletzt den Umgang mit Mobbing gilt:
"Wenn man etwas tut und es immer wieder tut und es ändert sich nichts, dann ist die eigene Handlung Teil des Problems."
Hintergrund dieser These seien drei Leitsätze (De Shazer) der lösungsorientierten Arbeit:
-> "Repariere nicht, was nicht kaputt ist!" Wie können Fachleute so naiv sein, zu glauben, dass die Beziehungen der Klasse untereinander unter einem längeren Mobbingprozess nicht gelitten hätten? Gewalt zerstört Beziehungen.
-> "Finde heraus, was gut funktioniert und tue mehr davon!" Das tun die Mobbing-Akteure die ganze Zeit ungeniert und ungehindert!
-> "Wenn etwas trotz vieler Anstrengungen nicht gut genug funktioniert, dann höre auf damit und versuche etwas anderes!" Das gilt leider offensichtlich nicht für den N.B.A.

Weiter zitieren Beck und Blum zunächst Steve de Frazer "Real lässt sich jedoch feststellen, dass Menschen dazu neigen, wirkungsloses oder auch eskalierendes eigenes Verhalten zu verstärken in dem Glauben, problembehaftete Situationen dadurch zum Besseren zu führen." Er rät deshalb "die Handlungen zu verändern, da ansonsten das eigene Verhalten und das eigene Tun zur Festigung und Verschärfung des Problems beitragen". So argumentieren Beck und Blum gegen Sanktionen für Mobbing-Akteure "Fatal ist es für die Betroffenen, wenn die Intervention mittels Sanktionen zur Verschlimmerung beiträgt."

Wenn sich das Mobbing-Verhalten nach der Anwendung des N.B.A. auf eine neue Person richtet, raten sie im krassen Gegensatz zu Leitsatz 3 "Der neue "verlagerte" Mobbing-Fall kann sehr gut ebenfalls mit dem NO BLAME APRROACH bearbeitet werden." Eine positive Sanktion wie Täter in ein Experten-Team zu berufen und mit Keksen zu bewirten, ist aber eben auch eine Sanktion.
Und dem Opfer soll bei "nicht ausreichender Veränderung der Situation" signalisiert werden, dass man auf einem "guten Weg" sei und es eventuell noch ein bisschen mehr Zeit benötigt wird, "bis alles gut ist". Das Opfer dürfte das nicht so sehen, wird sich aber vermutlich nicht trauen, sich gegen die erwachsene "Vertrauensperson" zu wehren, offen Bedenken zu äußern oder um alternative Maßnahmen zu bitten.

Keine Rede davon, dass das Ziel "Opferschutz" nicht erreicht wurde und der N.B.A. nicht funktioniert hat. Es ist schlimm, dass gemobbte Kinder und Jugendliche solche Manipulationen von Sozialpädagogen und Lehrkräften hilf- und schutzlos ertragen müssen, während sie dingend Hilfe brauchen.

Besser Schulwechsel als No-Blame-Approach! Leider haben nicht alle Eltern, die sie unterstützen.
LG
rosebud

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"Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen, die jemand gegen ihn verwenden kann." Dr. Mechthild Schäfer und Gabriela Herpell
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Anette Antworten mit Zitat
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Anmeldedatum: Jun 08, 2015
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: Mo Apr 03, 2017 7:52 pm    Titel:
 
Rosebud! Ich habe mich fast weggeschmissen vor Lachen. Danke danke!! Comedy pur! Wenn es nicht so traurig wäre... würde mir das Lachen nicht vergehen.

Wie Ihr wisst, geht es X weiterhin nicht gut. Er kommt noch immer nicht in die Schule.

Hahahahah, das ist ja was sie wollen. Das Opfer soll verschwinden und die Gruppe lacht sich eins. Der Täter hat, auf der Überholspur, Zeit zum Lernen, während die anderen sich den Quatsch anhören müssen. Was lernen die Schüler? Dass die Lehrer manchmal nicht ganz dicht sind. Und das wissen wir nun auch. Ohne Studien, aus dem Leben gegriffen.

Das Traurige ist, dass die Superpädagogen das ernst meinen! Meine Erfahrung: Selbst in der Behörde für Gewaltprävention sitzen Fachleute, die den Satz; Wie Ihr wisst, geht es X weiterhin nicht gut. Er kommt noch immer nicht in die Schule... ähnlich vortragen würden... wenn man sie nicht belehren würde. Ich spreche aus Erfahrung.

Oh man... 6 setzen!

Wir lesen uns Wink

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Fatal wird eine Situation, wenn Kollegen nicht hilfreich einspringen oder sich für nicht zuständig erklären. Jede Tat muss sanktioniert, Täter müssen konfrontativ zur Rede gestellt werden.

(Quelle: Gewaltprävention, Fortbildung (Kosmetik, Schulbehörde)


Zuletzt bearbeitet von Anette am Di Apr 04, 2017 7:04 am, insgesamt einmal bearbeitet
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rosebud Antworten mit Zitat
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Anmeldedatum: Mar 28, 2017
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: Mo Apr 03, 2017 8:28 pm    Titel: Werbung für den No-Blame-Approach auf der Partnerseite
 
Über den Link auf dieser Seite Schueler-Mobbing.de kommt man über das Angebot "Mobbing in Schulen" auf die Unterseite (Werner Ebner, Schule: http://www.mobbing-in-schulen.de/pages/mobbing.php) zum Thema: "Weil Schulen und Lehrer eine wichtige Rolle bei der Prävention und Intervention spielen, gibt es dafür eine eigene (Unter.)Seite. Möglichkeiten der Abhilfe und Schulentwicklung sind aufgezeigt, sowie die rechtliche Sitution beleuchtet."

Hier wird unter Mobbing in Schulen - Irrtümer der Eltern den Eltern des Opfers davon abgeraten, mit dem/den Täter/n zu sprechen. Es führe zu einer Verschlimmerung in 100 % der Fälle.
Der Grund:
"Die Eltern des Opfers werden entweder versuchen Mitgefühl beim Täter zu wecken oder dem Täter zu "drohen". Das direkte Einschreiten der Eltern des Opfers interpretiert der Täter als Schwäche des Opfers, sich nicht selbst wehren zu können und fühlt sich selbst aufgewertet. "Droht" man dem/den Täter/n hingegen, setzt man selbst eine aggressive Strategie ein, was dazu führt, dass der/die Täter das Opfer für das "Petzen" bestrafen (Aggression verstärkt Aggression).

Dann wird sachlich richtig festgestellt:
Mobbing ist ein gruppendynamischer Prozess, an dem alle beteiligt sind, LEHRER, SCHÜLER, ELTERN. Eine einseitige Zuordnung auf TÄTER-OPFER muss scheitern. Die Lösung des Mobbingprozesses geht demzufolge alle an.

Dennoch wird auf der Seite der No-Blame-Approach empfohlen. Wenn die Lösung alle angeht, wieso werden dann das Opfer und die anderen nicht unmittelbar an der Lösung des Mobbingprozesses beteiligt?
Wenn ein Gespräch der Eltern des Opfers mit dem Täter vom Täter als Schwäche des Opfers interpretiert wird und er sich dadurch aufgewertet fühlt, verbietet es sich von selbst, dass ein Sozialpädagoge und /oder eine Lehrkraft dem Täter oder den Tätern das Opfer als Hilfsobjekt präsentiert / präsentieren und ihn / sie darüber hinaus zu Experten für das weitere schulische Schicksal des Opfers ernennt /ernennen.

Gleichberechtigung und "Die Würde des Menschen ist unantastbar." sollte für das Opfer insbesondere nach einem Mobbing-Prozess selbstverständlich als Erstes sichergestellt werden. Der No-Blame-Approach verstößt gravierend gegen Beides, weil er das Opfer stigmatisiert und zum hilfsbedürftigen "Objekt" degradiert.

Was ist das für eine "Partnerseite", die Werbung für die allein täterfreundliche Lösung No-Blame-Approach macht, OHNE auch nur im Geringsten auf die Risiken für das Opfer hinzuweisen?


Zuletzt bearbeitet von rosebud am Di Apr 04, 2017 7:03 am, insgesamt 2-mal bearbeitet
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rosebud Antworten mit Zitat
Mobbing-Neuling
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Anmeldedatum: Mar 28, 2017
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: Mo Apr 03, 2017 10:01 pm    Titel:
 
Hallo Anette,

hatte Deine Antwort glatt übersehen, weil es kaum zu glauben ist, wer den No-Blame-Approach so alles anpreist...

Pädagogisch gesehen stellt sich wirklich jeder, der den N.B.A. empfiehlt und /oder anwendet, sein eigenes Armutszeugnis aus. Mir bleibt das Lachen leider manchmal echt im Halse stecken.

Unter Mobbing stabilisierende Faktoren benennen Blum und Beck das Gefühl der Angst bei einer Reihe von Beteiligten und Drohungen als Handlungsmuster:
Mit Drohungen versuchen die Mobbing-Akteure andere in der Klasse einzuschüchtern, ihren eigenen Aktionsrahmen von Schikanen und Attacken abzusichern und die eigene dominante Stellung zu festigen. So werden Opfer durch Mobbing sehr ängstlich und ziehen sich zurück.

Jetzt kommen die in der hohen Kunst der Manipulation geschulten No-Blame-Approach-Pädagogen ins Spiel. Beck und Blum halten es bei sehr skeptischen, ängstlichen und stark zögernden Kindern für "gut, Folgendes zu tun":

-> Zukunftsperspektive einnehmen "Wie wird es für Dich sein, wenn das noch ein, zwei, drei Jahre so weitergeht?" Mit dieser Frage kann bewirkt werden, sich die Zukunft vorzustellen und mit dieser Perspektive den Wunsch des Kindes zu stärken, dass es nicht für alle Zeiten so weitergehen kann.
Im Klartext, das Kind wird vom dominanten Erwachsenen mit seiner Mobbing-Zukunft eingeschüchtert, um es gefügig zu machen und damit es in die Methode einwilligt.

->Drastifizieren und Situation noch schlimmer darstellen, als sie ohnehin schon ist, um eine Gegenreaktion des Schülers herauszufordern: "Irgendwann kannst Du gar nichts mehr tun. Dann kannst Du nur noch die Decke über den Kopf ziehen und die Luft anhalten... nichts wird mehr klappen, wenn wir jetzt nichts tun. Willst Du das?"

Den Opfern vollkommen respektlos Angst zu machen bzw. zu drohen und es so zu nötigen, seine gesunde Grenze bzw. Abwehr zu überwinden und sich auf den N.B.A. einzulassen, finden Blum und Beck "gut". Schwarze Pädagogik für das Opfer und Samthandschuhe für den / die Täter. Wenn die Verantwortlichen in Schulen auf diese Art mitmobben, überrascht der so genannte Erfolg nicht. Das ist es, was Beck und Blum im Umgang mit dem Opfer als Sicherheit geben, Vertrauen und Zuversicht stärken, keinen Druck ausüben verstehen.

Liebe Superpädagogen,
Wie Ihr wisst, geht es X weiterhin nicht gut. Er kommt noch immer nicht in die Schule.

Wir suchen gerade nach einer anderen Schule, deren pädagogisches Konzept gesunden Menschenverstand und ein Mindestmaß an sozial verträglichen Umgang und Empathie erkennen lässt...

Mir graut es, wenn ich bei Dr. Victoria Caesar und Liz Mölders lese: "An einer Schule sprach ein Kinderarzt auf einer Elternversammlung die Kollegen an und wies auf die dringende Notwendigkeit hin, in der Schule eine Anlaufstelle für gemobbte Kinder zu haben. Der Hintergrund war, dass ein gemobbter Junge auf keinen Fall wollte, dass mit seinen Eltern gesprochen und diese um Mithilfe gebeten wurden. Der tief besorgte Arzt hätte gerne dem Kind einen Ansprechpartner innerhalb der Schule angeboten. Das hätte ihn sehr entlastet und dem Jungen mit Sicherheit geholfen. Eine Schule mit dem No-Blame-Ansatz kann hier sogleich Unterstützung anbieten."

Die Eltern wissen von nichts, das Kind wird für pädagogische Förderung der Täter missbraucht und der Arzt spielt hier eine zweifelhafte Rolle. Merke, Mobbing-Opfer können sich nicht mal auf die Schweigepflicht des Arztes ihres Vertrauens verlassen! Dr. Caesar und Mölders halten die Suche des Arztes ernsthaft für einen Beweggrund den No-Blame-Approach an Schulen einzuführen.

Wer schützt die Kinder, deren Eltern sich nicht kümmern (können) vor solchen Pädagogen und den Missbrauch durch N.B.A. an Schulen?

LG rosebud

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Anette Antworten mit Zitat
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Anmeldedatum: Jun 08, 2015
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: Di Apr 04, 2017 8:20 am    Titel:
 
Zuerst, danke, dass du das alles schreibst!! Wie wahr, wie wahr. Besser kann man die Perversität nicht dokumentieren! Pervers bedeutet schlicht falsch. N.B.A. fesselt die Opfer, sie alleine können sich nicht daraus befreien!! Es gibt eine Schulpflicht. Mit N.B.A. werden die Lehrer zum verlängerten Arm für die Mobber. Das soll die Lösung sein? Ich empfehle dir beide Bücher von Hirigoyen. Dort steht genau das drin was du beschreibst. Die Psychoanalytikerin berät die EU Länder über mögliche Anti-Mobbing-Gesetze und Richter darüber, wie man Mobbing erkennen/beweisen kann (Opfer müssen zuerst geschützt werden) Deutschland, Österreich und die Schweiz ziehen nicht mit.

Die Gewaltpräventionen der Städte weisen ihre Kollegen in "internen" PDF Dokumenten auf Mechthild Schäfer und auf Werner Ebner hin. So bin ich auf beide gekommen. Ja, die Infos auf W.E. Homepage bezüglich N.B.A. sind als "einziges Mittel" aufgeführt, aber mit dem Hinweis darauf, dass den Schulen "rechtlich", so in etwa..., nichts anderes übrig bleibt. Im Gegensatz dazu steht die Farsta-Methode. Diese führt zu viel Ärger mit Eltern, die Schulen verklagen könnten. Nur in wenigen Schulen arbeiten die Lehrer eng zusammen. Jedes normenverdeutlichende ernste Einzelgespräch mit Mobbern ist im Prinzip Fartsa, ob mit Unterschrift oder ohne. Solche Gespräche gab es auch immer. Fartsa ist als Ableitung die professionelle Version in Form einer konkreten und präzisen Handlungsempfehlung. Leider sind das nur Empfehlungen. Intern dürfen die Schulen tun und lassen was sie für richtig halten. Da steht die Vermeidung natürlich im Vordergrund. So entsteht von selbst, dass am Ende, Mobber mit ihren Eltern und der Schule in einem Boot sitzen, also eine Übermacht, die nicht zu kippen ist. Ich habe schon oft überlegt W.E. anzuschreiben. An der Stelle möchte ich dich ehrlich bitten, es für alle hier ernsthaft zu übernehmen. Du kannst es noch besser als ich. Bitte sende ihm deine Hinweise und Argumente, die gegen N.B.A. sprechen, am besten (unbedingt) in Cc an Schäfer. Deine Argumente sind dort sicher nicht unbekannt, dennoch sehr ernst zu nehmen. Vielleicht einfach auf die Diskssionen hier mit den entsprechenden Links hinweisen. Beide arbeiten quasi für die Schulministerien, weshalb du keine Antwort erwarten kannst.

Tipp an alle: Bist du auf der Suche nach einer neuen Schule? Lasse dein Kind in der Situation am besten krankschreiben. Schulmaterial muss die Schule dir für zu Hause stellen. Wir haben eine sehr verantwortungsvolle Schule gesucht und gefunden. Es gibt Schulen in denen Menschen "Verstand und Mut" haben.

Ja, sehr viele Kinder haben keine Anlaufstelle. Das ist, genau wie N.B.A. ein sehr großes Risiko! Was dann passiert kann man sich denken. Und dann wird noch das Opfer gefragt: "Wie soll es mit dir weitergehen, wenn du dich verweigerst?" Zum Übergeben. Mir ist ein Fall aus nächster Umgebung bekannt. Als das Kind freiwillig aus dem Leben schied, suchten die Eltern (Vater Arzt) ein "weiteres Gespräch" mit der Schule. Die Schulbehörde hat daraus sofort ein laufendes Verfahren eröffnet und der Schule damit eine Maulsperre erteilt. So läuft es. Ein anderer Fall, mit gleichem Ausgang ist mir bekannt, da ahnen die Eltern die Hintergründe nicht. Ein dritter Fall ist mir bekannt...

Die Schulpsychologen, ich spreche aus Erfahrung, können am wenigsten in der Schule bewegen, wenn diese sich nicht bewegen will. Sie sind Externe für ein paar Stunden in der Woche, mehr nicht. Das hat uns die Schulpsychologin vermittelt. Wenn die Lehrer versagen muss man sofort zur Schulleitung. Wenn diese versagt, sofort weiter... Immer auch bei der Polizei (Jugendschutz) beraten lassen, welche Schritte möglich sind, welche Rechte man hat, welche Gefahren lauern. Das ist das Problem, dass man bei Schulmobbing immer allen Informationen viel zu spät hinterherläuft, wenn man es überhaupt erfährt und in der Lage ist... Mobbing lähmt, das noch dazu.

Deine Argumente sollen nicht verpuffen. Sende sie einfach an die Richtigen weiter, M.S. und W.E., auch wenn es nur ein Tropfen auf dem heißen Stein ist.

Unfassbar, da stimme ich dir in allen Punkten zu 100% zu.

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(Quelle: Gewaltprävention, Fortbildung (Kosmetik, Schulbehörde)


Zuletzt bearbeitet von Anette am Di Apr 04, 2017 12:33 pm, insgesamt einmal bearbeitet
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Anette Antworten mit Zitat
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Anmeldedatum: Jun 08, 2015
Beiträge: 42

BeitragVerfasst am: Di Apr 04, 2017 10:31 am    Titel:
 
Von der Justiz können sich Schüler keine Hilfe erwarten:

Quelle: Zeit, 2016, Mobbing in Österreich, Deutschland, Schweden...

http://www.zeit.de/2016/10/mobbing-schule-oesterreich-alltag

Solange es keine Meldepflicht gibt, und die Institutionen nicht engagiert zusammenarbeiten, wird es so bleiben. Ein Strauß voll Pseudopräventionen, ohne Sanktionen, hilft niemandem. Warum nicht? Wo auf einer Seite gestärkt wird muss auf der Mobberseite geschwächt werden, ansonsten bleibt Mobbing erfolgreich. N.B.A. ignoriert diese logische und einfache symmetrische Theorie, die leicht in die Praxis umzusetzen wäre, wenn man nur Mut hätte und die Schulbeuaftragten miteinander arbeiten würden.

N.B.A. beruht auf der These, dass man einem netten, intelligenten, charismatischen Mobber die Maske (der Niedertracht) nicht runterziehen darf, weil es sonst schlimmer werden würde. Das hat uns der Mobbingbeauftragte der Schule gesagt: "Man weiß "heute", dass sonst alles schlimmer wird". Auf den Tisch legte er Kopien von N.B.A., ein Original hatte er nicht, selbst das nicht. Schnell aus dem Internet kopiert... Wohl aus Verzweiflung, sonst als inkompetent zu gelten. Ich hatte darüber vorher gelesen und fragte, ob das seine einzige Idee sei? Wir forderten eine Stellungnahme eines externen Experten. Am nächsten Tag sollte ein Mitarbeiter der Schulbehörde kommen. Die Idee floppte natürlich, nicht anders zu erwarten. Dazu äußerte sich der Schul-Mobbing-Experte später nicht mehr.

Es blieb die Frage: Was wird schlimmer und für welche beteiligten Personen?!

Als wir später öffentlich für "fundierten Wirbel" sorgten, wurde der Gewaltprävention, b.z.w. der Schulbehörde bewusst, dass Eltern "alles" im Internet lesen. "Danach" änderte sich auf der Hompage der Gewaltprävention "plötzlich" ein Text. Auszug aus dem "Abrufangebot":

Fatal wird eine Situation, wenn Kollegen nicht hilfreich einspringen oder sich für nicht zuständig erklären. Gewalt als Phänomen birgt die Gefahr in sich, dass die Einzeltat zwar geächtet wird, aber nicht das Bedingungsgefüge bzw. das System betrachtet wird. Opfer müssen schnell und angemessen unterstützt und gestärkt werden. Jede Tat muss sanktioniert, Täter müssen konfrontativ zur Rede gestellt werden. Gleichzeitig sollte geprüft werden, welche Möglichkeiten eine Schule hat, zukünftige Taten zu unterbinden und wie Kolleginnen und Kollegen, Schülerinnen und Schüler sowie Hausmeister und Schulangestellte hilfreiche Praxiskompetenzen für den Umgang mit Konflikten und Gewalt vermittelt bekommen...

Das ändert leider nichts daran, dass die Schulleiter und Lehrer die Kurse dort buchen können, aber nicht zwingend teilnehmen müssen. Schulungen sind auf freiwilliger Basis. Die Gewaltprävi ist nur eine Beratungsstelle der Schulbehörde. Der Leiter dort ist in Ordnung, aber welche Macht hat er? Keine. Im Studium sind es nur wenige Stunden, die als soziale Pflichtstunden angerechnet werden. Keine Schulungspflicht - keine Meldepflicht - keine Zusammenarbeit von Institutionen. Das macht Wegsehen, Fehler und Bequemlichkeit möglich.

Das ist fatal!

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(Quelle: Gewaltprävention, Fortbildung (Kosmetik, Schulbehörde)
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rosebud Antworten mit Zitat
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Anmeldedatum: Mar 28, 2017
Beiträge: 22

BeitragVerfasst am: Di Apr 04, 2017 5:32 pm    Titel:
 
Liebe Anette,

zuerst mal danke, dass Du das alles schreibst und ich nicht mehr allein damit bin.

Keine Sorge, unser Kind ist gut beschult. Quasi über Nacht war ein Wechsel möglich, gute Schüler mit angemessenem Sozialverhalten sind woanders herzlich willkommen. Fällt nur noch schwer, das Eingeschücherte wieder zu überwinden und das Vertrauen in sich und andere wiederzuentdecken. Destruktives Verhalten ist so zerstörerisch.

Leider muss ich heute noch arbeiten, aber Du hast völlig Recht. Man sollte wenigstens versuchen, etwas zu ändern. Für die, die sonst von Lehrkräften und Sozialpädagogen missbraucht werden.

Lieben Dank noch mal!

Bis bald
rosebud

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